Anleihen

Nicht nur Großunternehmen und Staaten, sondern auch immer mehr mittelständische Unternehmen beschaffen sich Fremdkapital, indem sie Anleihen herausgeben. Hierbei handelt es sich im Prinzip also um eine Kreditaufnahme bei den Anlegern für eine bestimmte Zeit und gegen regelmäßige Zinszahlungen. Wie die Ansprüche der Anleihegläubiger im Einzelnen ausgestaltet sind, regeln die Anleihebedingungen.

Der Erwerber einer Anleihe geht verschiedene Risiken ein: Wenn die Geschäftsentwicklung des Emittenten nicht wie geplant verläuft, können die Ansprüche der Gläubiger möglicherweise nicht mehr im zugesagten Umfang bedient werden. Dies kann bis zum Totalverlust gehen.

Will der Anleger die Anleihe vor Fälligkeit am Markt verkaufen, so muss er bei einer Verschlechterung der Bonität des Emittenten oder bei einem veränderten allgemeinen Zinsniveau gegebenenfalls Kursverluste hinnehmen. Sofern es sich um eine Anleihe in einer Fremdwährung handelt, trägt er zudem Wechselkursrisiken.

Die Bonität des Emittenten ist mithin von überragender Bedeutung. Allerdings werden in den Anleiheprospekten die positiven Unternehmensaussichten oft übertrieben und gleichzeitig etwaige nachteilige wirtschaftliche Faktoren vernachlässigt. Meist kommen diese Prospektfehler erst dann an das Licht, wenn das Unternehmen bereits in die Krise geraten ist.

Geprellte Anleger sollten daher den Anleiheprospekt überprüfen lassen. Gegebenenfalls können Schadensersatzansprüche gegen die Prospektverantwortlichen oder Dritte geltend gemacht werden. Sofern dem Anleihekauf eine Anlageberatung zugrundelag, sollte auch hierauf ein Blick geworfen werden. Entsprach eine solche Investition Ihren Anlagezielen und persönlichen Verhältnissen? Und wurden Sie über die allgemeinen und die spezifischen Risiken der empfohlenen Anleihe wahrheitsgemäß und verständlich aufgeklärt?

© Rechtsanwältin Gesa Deneke ¤ Bockenheimer Landstr. 51 - 53 ¤ 60325 Frankfurt am Main

Kapitalanlagerecht