Geschlossene Fonds

Die Ausgestaltung geschlossener Fonds ist enorm vielfältig. Da es sich bei den Fonds in der Regel um Personengesellschaften handelt, richten sich die Rechte und Pflichten der Anleger vor allem nach dem Gesellschaftsvertrag. Hierin sind unter anderem die – zumeist unkündbare – Mindestdauer der Beteiligung, die Mitwirkungsrechte, die Modalitäten des vorzeitigen Ausscheidens und die Pflichten der Geschäftsführer geregelt.

Über die spezifischen Chancen und Risiken, die Investitionen und die Kosten sollte zudem ein Prospekt aufklären.

Aus unserer Praxis wissen wir jedoch, dass viele Anleger über den Inhalt des Gesellschaftsvertrages häufig nicht informiert sind und sie insbesondere nicht wissen, dass sie ihre Beteiligung oft erst nach vielen Jahren veräußern oder kündigen können. Prospekte enthalten häufig falsche Angaben, Chancen werden übertrieben und Risiken vernachlässigt. Entgegen der klaren Vorgaben der Rechtsprechung des BGH werden sogenannte „Weichkosten“ teilweise nur versteckt oder unvollständig dargestellt. Zudem erleben wir Fälle, in denen der Treuhänder, über den sich Anleger an der Gesellschaft beteiligen, nicht etwa ein neutrales und den Anlegern verpflichtetes Unternehmen ist, sondern tatsächlich in den Fondskonzern eingebunden wurde – eine Interessenvertretung im Sinne der Anleger erscheint bei einer solchen Konstellation ausgeschlossen.

Bei fehlgeschlagenen Investitionen in geschlossene Fonds prüfen wir den Verlauf der Anlageberatung: Wurde vollständig und klar über die vertraglichen Verpflichtungen aufgeklärt, die der Anleger mit dem Beitritt zur Gesellschaft eingeht? Wurden ihm die Risiken aufgezeigt, die mit der langen Investitionsdauer einher gehen? Wurden die allgemeinen und die marktspezifischen Risiken der Beteiligung erläutert? Banken haben zudem über etwaige Rückvergütungen aufzuklären.

Daneben prüfen wir, ob der Prospekt fehlerhafte Angaben enthält und ob für einen dadurch entstandenen Schaden der Fonds, etwaige Gründungsgesellschafter oder auch Dritte in Anspruch genommen werden können.

Übrigens hat der BGH entschieden, dass sich geschlossene Fonds generell nicht zur Altersvorsorge eignen. Allerdings müssen wir feststellen, dass gerade auch Rentnern immer wieder solche risikoreichen Anlagen zur Aufbesserung der Rente angeboten werden.

© Rechtsanwältin Gesa Deneke ¤ Bockenheimer Landstr. 51 - 53 ¤ 60325 Frankfurt am Main

Kapitalanlagerecht